Huflattich - das Hustenmittel

Huflattich

Kaum ist der letzte Schnee geschmolzen, streckt der Huflattich seine leuchtend gelben Blüten der Sonne entgegen. Der Huflattich (Tussilago farfara) ist eines der ältesten und besten Hustenmittel. Schon der Name sagt etwas über seine Wirkung "tussis" bedeutet Husten und "ago" heißt "ich vertreibe". Genau das tut er, er vertreibt Heiserkeit, hartnäckigen Husten und Verschleimung.

Früher wurden getrocknete Blätter als Tabakersatz geraucht. Ältere Herren mit chronischer Bronchitis erleichterte die erste Huflattichzigarette am Morgen das Abhusten des zähen Schleims aus den Bronchien.

Sebastian Kneipp riet zur Kräftigung der Lunge und Brust, geschnittene Huflattichblätter mit Waldmeister gemischt zu rauchen. Außerdem empfahl er, eine Auflage aus Huflattichblättern auf offene Geschwüre zu legen, sie würden die Wärme herausziehen.

Wirkung: Reizmildernd auf Bronchien sowie Magen und Darm. Schleimverflüssigend, entzündungshemmend, auswurffördernd und keimhemmend. Kieselsäure und Gerbstoffe stärken die Schleimhäute und fördern eine Heilung bei Bronchialleiden. Der enthaltene Salpeter reduziert die Krampfbereitschaft und löst den zähen Schleim.

Botanik: Huflattich wächst auf lehmigem verdichteten Boden. An den ersten warmen Frühjahrstagen öffnen sich die rund 3 cm großen Blütenköpfe. Die Stängel sind mit behaarten Schuppen besetzt. Typisch ist, dass die Blätter erst viel später wachsen. Sie sind herzförmig, rundlich und gezähnt, auf der Blattunterseite ist ein weißer weicher Haarfilz. Im Mai, Juni, wenn die Blätter handtellergroß sind, ist die beste Sammelzeit.

Anwendung: Huflattich kann als Tee zubereitet werden. 1 TL Droge mit einer Tasse heißem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen, 2-3x täglich 1 Tasse.

Anwendungsdauer: Zu beachten ist, dass Huflattich vor allem in den Blüten so genannte Pyrolizzidinalkaloide (PA) enthält. Sie sind leberschädlich, wenn sie über einen längeren Zeitraum innerlich angewendet werden. Aus diesem Grund sollte Huflattichtee nicht länger als 4-6 Wochen im Jahr getrunken werden. Während der Schwangerschaft und Stillzeit ist davon abzuraten. Auch Kinder sollten keinen Huflattichtee trinken. - In der Apotheke sind PA-freie Präperate erhältlich.